Im Vorfeld der Sitzung des Städteregionsausschusses am kommenden Mittwoch bezieht die Die Linke deutlich Stellung gegen die geplante Unterstützung der Bewerbung für die Olympischen Spiele. Die Linke wird sowohl den Antrag der SPD-Fraktion als auch die Beschlussvorlage der Verwaltung ablehnen, die vorsehen, dass die Städteregion aktiv um die Zustimmung der Bürger*innen im Ratsbürgerentscheid wirbt.
Katharina Grudin, Fraktionsvorsitzende der Linken im Städteregionstag und Mitglied des Städteregionsausschusses, erklärt dazu:
„Es ist nicht die Aufgabe der Städteregion, sich zum verlängerten PR-Arm einer milliardenschweren Bewerbung zu machen, deren Risiken allein bei den Kommunen hängen bleiben. Während das IOC Milliardengewinne steuerfrei einstreicht, soll die Bevölkerung zur Zustimmung gedrängt werden, ohne dass ein seriöses Finanzkonzept vorliegt. Wir lehnen es ab, Steuergelder für eine einseitige Informationspolitik zu verschwenden, die kritische Stimmen und die enormen finanziellen Risiken für die Region völlig ausblendet.“
Ein zentraler Kritikpunkt ist die Vernachlässigung des Breitensports zugunsten von Prestigeobjekten. Allein in der Stadt Aachen sind schätzungsweise über 80 Sporthallen sanierungsbedürftig. Tim Wende, Kreissprecher der Partei Die Linke und sportpolitischer Sprecher ihrer Aachener Stadtratsfraktion, betont:
„Wir sagen Ja zum Sport, aber Nein zu diesem kommerzialisierten Mega-Event. Die versprochenen Olympia-Milliarden fließen in wenige Wettkampfstätten, von denen der Schul- und Vereinssport nach den Spielen kaum profitieren wird. In Aachen stehen wir vor einem riesigen Investitionsstau bei maroden Turn- und Schwimmhallen. Wir brauchen Investitionen in die Basis, in den täglichen Sport für alle Sportlerinnen und Sportler, statt für zwei Wochen Spitzensport die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Kommunen für Jahrzehnte zu gefährden.“
Zudem warnt Die Linke vor sozialen Folgen wie massiven Mietsteigerungen und der Verdrängung benachteiligter Einwohnerinnen und Einwohner, wie sie bei vergangenen Spielen regelmäßig zu beobachten waren.
Darius Dunker, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Städteregionstag und Sprecher des erfolgreichen Bürgerentscheids von 2006, fordert im Hinblick auf den kommenden Ratsbürgerentscheid Fairness ein:
„Es ist gut, dass die Bevölkerung gefragt wird, ob sie der Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele zustimmt, aber die Abstimmung muss auch fair sein. Die Kommunen dürfen den Bürgerinnen und Bürgern nicht vor der Abstimmung sagen, wie sie bitte abstimmen sollen.“
Die Linke verweist darauf, dass die Region Rhein-Ruhr die strengen Kriterien des DOSB faktisch nicht erfüllen kann. Statt „Luftschlössern nachzulaufen“, müsse die Priorität auf einer sozial gerechten Stadtentwicklung liegen.